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Aktuelles aus dem Interreg A-Programm Deutschland-Nederland

Winter 2023


Begleitausschuss des Interreg VI A-Programms Deutschland-Nederland genehmigt einen weiteren Kleinprojektefonds

Der Kleinprojektefonds Industrie 4.0 mit Gesamtkosten i. H. v. rd. 11 Mio. Euro erhält eine EU-Förderung i. H. v. rd. 5 Mio. Euro. Das Projekt zielt darauf ab, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) des verarbeitenden Gewerbes in der gesamten Grenzregion beim digitalen Wandel zu unterstützen.

Der Kleinprojektefonds (KPF) INDUSTRIE 4.0 zielt darauf ab, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) des verarbeitenden Gewerbes in der gesamten Grenzregion beim digitalen Wandel zu unterstützen und damit ein zukunftsfähiges, grenzüberschreitendes digitales Ökosystem aufzubauen und zu erhalten. Der KPF konzentriert sich insbesondere auf die Phase der Erprobung und des Prototypings von Prozessen, Produkten und Dienstleistungen in KMU und unterstützt damit die Schaffung zahlreicher Innovationsprojekte. Das Angebot des KPF stellt eine grenzübergreifende Ergänzung zu bereits bestehenden nationalen Beratungsprogrammen dar. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, ist für viele KMU der erste Schritt zu einer weiteren europäischen Zusammenarbeit und führt damit zur weiteren Internationalisierung der KMU.

Ein „Kleinprojektefonds” ein Vorhaben innerhalb eines Interreg-Programms zur Auswahl und Durchführung von Projekten mit einem begrenzten Finanzvolumen. Im Fokus stehen dabei kleinere grenzübergreifende Projekte. Ein vereinfachtes Antragsverfahren ermöglicht die Beteiligung viele KMU etc.


Lenkungsausschüsse des Interreg VI A-Programms Deutschland-Nederland genehmigten 8 Projekte mit niedersächsischen Partnern

Die 8 Projekte mit niedersächsischen Partnern haben einen Umfang von rd. 35,8 Mio. Euro. Der EU-Mittel-Zuschuss beträgt rd.16,5 Mio. Euro. Niedersachsen stellt hierfür zusätzlich Landesmitteln i. H. v. rd. 1,6 Euro bereit.

Gefördert werden die folgenden Projekte:

BiCoNet unterstützt die Einführung Künstlicher Intelligenz (KI) bei KMU.

MyCaDO entwickelt eine digitale Aus- und Fortbildungsplattform für die Schifffahrt.

Pijn in der Ems-Dollart-Region hat zum Ziel, die Auswirkungen chronischer Schmerzen durch Prävention und Behandlung zu verringern.

ExCel hat zum Ziel, alternative Batterietechnologien, die Rohstoffe wie Steinsalz, Aluminium und Eisen verwenden, auf den industriellen Maßstab zu bringen.

FutureBEEing zielt darauf ab, Bestandsimmobilien nachhaltig und energetisch zu sanieren.

Innoloop hat zum Ziel den digitalen Wandel in der Industrie der Grenzregion zu beschleunigen, innovativer und damit wettbewerbsfähiger zu gestalten.

MNM (Manufacturing Next Materials) zielt darauf ab, KMU mit flexiblen Fertigungstechnologien auszustatten, die für die Umwandlung intelligenter und nachhaltiger Materialien in leichte Komponenten für die Mobilität, fortschrittliche Batteriesysteme und Lösungen für erneuerbare Energien benötigt werden.

CREATE will das energetische Potential von Abwasser und Reststoffen in unterschiedlichen Industriebranchen aufzeigen.




Programmweiter Lenkungsausschuss des Interreg VI A-Programms Deutschland-Nederland genehmigt innovative Projekte

Der Ausschuss genehmigte kürzlich 2 weitere innovative Projekte mit niedersächsischen Partnern. Die EU beteiligt sich an der Finanzierung mit rd. 4,6 Mio. €. Niedersachsen stellt zusätzlich Landesmitteln i. H. v. rd. 270.000 € für die Projekte bereit. Das Projekt Citylogistic 2.0plant die Entwicklung eines innovativen, intelligenten und nachhaltigen Distributionssystems, bestehend aus einem energetisch autarken, mobilen Mini-Hub und eines hierfür konzipierten und neu entwickelten Elektrofahrzeug. Das Projekt SuSuCoats fördert den innovativen und intelligenten wirtschaftlichen Wandel im Bereich der Oberflächenchemie. Immer Verlinkung zu den Projekten


Citylogistic 2.0

Die Anforderungen an Innenstädte werden vor dem Hintergrund des Klimaschutzes immer größer. Einen großen Einfluss auf die Reduzierung von Emissionen hat dabei die Logistik in den Städten. Bereits heute machen Kurier-, Express- und Paketsendungen einen großen und zunehmenden Teil der Warenlieferung in Städten aus.

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines innovativen, intelligenten und nachhaltigen Distributionssystems, bestehend aus einem energetisch autarken, mobilen Mini-Hub und eines hierfür konzipierten und neu entwickelten Elektrofahrzeug - LEFV (Light Electric Freight Vehicle), das auf Basis der durch den Mini-Hub bereitgestellten erneuerbaren Energien betrieben wird. Der Mini-Hub ist modular und aus nachhaltigen Baustoffen konzipiert und auch für temporäre Nutzungen geeignet.

Mehr Infos: hier

SuSuCoats

Werkstücke werden durch Oberflächenbeschichtungen vor typischen Einflüssen wie mechanischen Belastungen durch Wind, Steinschlag und Abrieb sowie Witterungseinflüssen wie Feuchte, Chemikalien oder UV-Strahlung geschützt. Vor allem korrosionsbedingte Neuanstriche oder gar Neuanfertigungen von Werkstücken verursachen jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe. Darüber hinaus erfüllen viele Lacksysteme heute noch nicht die gesellschaftlich geforderten Nachhaltigkeitsziele oder enthalten ökologisch bedenkliche, toxische Additive und Hilfsstoffe.

SuSuCoats fördert den innovativen und intelligenten wirtschaftlichen Wandel im Bereich der Oberflächenchemie und verbindet Unternehmen der Region mit der IKT-Branche. Im Kernteam arbeiten Partner aus der gesamten Wertschöpfungskette zusammen.

Mit SuSuCoats wird eine digital-innovative Materialentwicklung für Oberflächenbeschichtungen durch die systematische Nutzung von material-, prozess- und anlagenbezogenen Daten etabliert. Das Resultat sind innovative, nachhaltige, beständige Lacke und Schutzschichten, die im Programmgebiet zu Einsparungen durch nachhaltigeren Oberflächenschutz in einer Vielzahl von Anwendungen führen werden.

Begleitausschuss des Interreg A-Programms Deutschland-Nederland hat getagt

Am 16.06.2023 tagte der Begleitausschuss des Interreg A-Programms Deutschland-Nederland in Assen (Drenthe): Sehr erfreut waren die Ausschuss-Mitglieder über die fast vollständige Belegung und Abrechnung der in der Förderperiode 2014-2020 von der EU zur Verfügung gestellten EU-Mittel. Die Gesamtkosten für Projekte des INTERREG V-Programms betragen 461.513.844,67 €. Mit diesen Kosten sind – Stand 30.06.2023 – 221.054.363,10 € an EFRE-Mittel ausgezahlt worden. Auf der Website des Programms können Sie den letzten Jahresbericht aus 2022 downloaden.

Im derzeitigen Interreg VI A-Programm wurden bereits mehr als 40 Projekte eingereicht, ca. die Hälfte wurde im zurückliegenden Jahr bewilligt. Besonders gut wird der Kleinprojektefonds im Bereich Bürgerprojekte angenommen.

Außerdem wurde der langjährige stellvertretende Vorsitzende Landesbeauftragte a. D. Franz-Josef Sickelmann verabschiedet. Als neuer stellvertretender Vorsitzender des Begleitausschusses wurde der ihm als Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung in der Region Weser-Ems nachfolgende Nikolaus Jansen benannt.

Lenkungsausschüsse genehmigen weitere Projekte

Die Lenkungsausschüsse des Interreg VI A-Programms Deutschland-Nederland genehmigten kürzlich 4 Interreg-Projekte mit niedersächsischen Partnern mit einem EU-Beitrag von rund 5 Mio. €. Niedersachsen beteiligt sich an der Förderung zusätzlich mit Landesmitteln in Höhe von rund 325.000 €: Das Projekt „Agropole Innovates“ fördert die Innovationfähigkeit im Agrobusiness im Grenzraum. Die anderen Projekte dienen der Aus- und Weiterbildung von Auszubildenden, Studierenden, Lehrenden und Fachkräften, konkret in den Bereichen der Pflege (ZETH) und beim Einsatz neuer Technologien zum Energiewandel (EnergieBooster) sowie um die Vermittlung der Sprache und Kultur des Nachbarlandes, von der Grundschule bis zur Hochschule zu integrieren (EDL).

Agropole Innovates

Ziel des Projektes ist es, die Innovationfähigkeit im Agrobusiness zu fördern sowie konkrete Innovationsprojekte in der deutsch-niederländischen Grenzregion umzusetzen. Im Teilprojekt Pig Data wird z. B. ein System entwickelt und getestet, dass die automatische Rückverfolgbarkeit (Medikamente, Futter, Gewicht) auf Einzeltierbasis vom Ferkel bis zum Schlachthof ermöglicht.

Darüber hinaus soll die Intensivierung des grenzübergreifenden Wissenstransfers, insbesondere durch die Erstellung einer Innovationsplattform vorangetrieben werden. Dazu werden u.a. Themen wie Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft, neue Proteine, Energiemanagement und Klimaschutz im Agrobusiness aufgegriffen, Wissen vermittelt und Know-how zusammengeführt. Zusätzlich soll die Fachkräftebindung und -gewinnung als Voraussetzung für Innovationskraft der Unternehmen gefördert werden.

ZETH

Das Projekt soll grenzübergreifend Fachwissen im pflegerischen Bildungsbereich schaffen, damit Schülerinnen und Schüler sowie Studierende auf den klientenorientierten und zielgerichteten Einsatz von Technologien vorbereitet sind. Die Kompetenzen werden an der Schnittstelle von Unterricht, beruflichem Umfeld und digitalem Umfeld (VR-Szenarien) erworben. Schülerinnen, Schüler und Studierende aller Klassenstufen aus generalistischen Ausbildungsgängen und hochschulischen Bildungsgängen in den nördlichen Niederlanden (Groningen, Drenthe und Nord-Overijssel) und Niedersachsen (Hochschule Osnabrück, Campus Lingen und Conerus-Schule BBS Norden) beteiligen sich aktiv an dem Projekt, indem sie an Aktivitäten und einer interprofessionellen Lehrplattform teilnehmen. Die Struktur dieser Gruppen ist sehr gemischt und umfasst sowohl junge Menschen, die eine weiterführende Schule besuchen, als auch Erwachsene, die eine Umschulung absolvieren. Eine neue Zielgruppe wird durch geflüchtete Menschen und arbeitsmarktferne Personen erreicht.

Ebenso werden grenzübergreifende Train-the-Trainer-Kurse für Lehrkräfte sowie Praxisanleiterinnen und -anleiter in Bezug auf Pflegetechnologie und Entwicklungsidentität entwickelt und durchgeführt.

Energie Booster

Das Projekt zielt darauf ab, Fachkräfte aus Berufsgruppen weiterzubilden, die sich mit dem Energiewandel befassen. Es stehen viele neue Technologien insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien zur Verfügung, wie z B. Wärmepumpen, Solarenergie, Klimaanlagen, Speicher, Smart Homes und Biogas, die wichtig für den Energiewandel sind. In der Praxis scheinen jedoch zu wenige Fachkräfte über ausreichend Kenntnisse zu verfügen, um die neuesten Technologien sinnvoll zusammenzustellen und zu installieren. Dies führt dazu, dass nachhaltige Anlagen in Neubauten oder Renovierungsprojekten in geringerem Umfang installiert werden als gewünscht.

Die Projektpartner (Handwerkskammer Münster, Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, ROC van Twente und Saxion) gehen dieses Problem grenzüberschreitend an, da die Problematik auf beiden Seiten der Grenze besteht. Zur Erweiterung der Kenntnisse zur Verwendung und Einbau von nachhaltigen Technologien werden in dem Projekt verschiedene Kursmodule entwickelt, die auf dem neuesten Stand der Technik basieren. Diese werden insbesondere in den maßgeblichen Ausbildungsberufen eingesetzt, weil sie dort noch nicht ausreichend integriert sind. Sie sollen aber auch der gezielten Fortbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in maßgeblichen Unternehmen dienen. Im Laufe des Projektes sollen dann über 2.000 Fachkräfte an einem neuen Kursmodul teilgenommen haben. Darüber hinaus werden Fachkräfte aus Deutschland und den Niederlanden durch Konferenzen und Exkursionen miteinander in Kontakt gebracht, um einen Austausch zu erreichen.

EDL (Euregionale kontinuierliche Bildungskette)

Mit diesem Projekt wird das Ziel verfolgt, die Kenntnis von Sprache und Kultur des Nachbarlandes, Eigenständigkeit in einem anderen Land, internationales Unternehmertum sowie die Erweiterung des eigenen Horizonts in einer kontinuierlichen Bildungskette von der Grundschule bis zur Hochschule in den Unterricht zu integrieren. Auf diese Weise wird erreicht, dass Schülerinnen, Schüler und Studierende schon früh mit der grenzübergreifenden Zusammenarbeit in Berührung kommen. Um dies zu erreichen, werden verschiedene Instrumente eingesetzt, wie z. B. ein Expertise-Zentrum, in dem sich Lehrkräfte beraten lassen können, um Unterrichtsmodule zur Förderung der o. g. Kompetenzen zu entwickeln. Außerdem soll ein Schulmakler Partnerschaften zwischen Schulen auf beiden Seiten der Grenze aufbauen. Ferner ist vorgesehen, die Profile von Hochschulabsolventen mit der Geschäftswelt in Einklang zu bringen, so dass sie über gute Qualitäten – wie die Beherrschung der Nachbarsprache – verfügen, um in einem euroregionalen Arbeitsmarkt zu arbeiten.

Programmweiter Lenkungsausschuss genehmigt weitere Interreg-Projekte

2 weitere Projekt mit niedersächsischen Partnern wurden im Programmweiten Lenkungsausschuss des Interreg A-Programms Deutschland-Nederland genehmigt:

Two4C

Mit mehr als 2 Mio. € Förderung aus EU-Mitteln und nationalen Mitteln der Partner des Interreg A-Programms Deutschland-Nederland wird das Projekt Two4C genehmigt.

Ziel des Projekts mit einer Gesamtinvestition von rund 4 Mio. € ist ein praxisnaher Übergang von einer linearen zu einer kreislauforientierten, ressourceneffizienten Prozessausrichtung in KMU. Dafür werden ausgewählte KMU der Branchen Elektro, Metall- und Maschinenbau, Holz, Kunststoff sowie Bau/Ausbau im komplexen Transformationsprozess hin zu einer zirkulären Wirtschaftsweise systematisch begleitet und gefördert:

Von der Bewusstseinsbildung über vorhandene Defizite und Verbesserungsansätze, über die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle bis zu einem nachhaltigen Veränderungsmanagement, indem die KMU für eine kontinuierliche zirkuläre Umsetzung sensibilisiert werden.

Niedersachsen fördert das Projekt mit rund 95.000 €.

Parkinson Vibration Socks

Das Projekt „Parkinson Vibration Socks“ macht zahlreichen an Parkinson erkrankten Menschen in Deutschland und den Niederlanden Hoffnung auf Verbesserung ihrer Lebenssituation. Es will dem „Freezing of Gait“, kurz FOG, entgegenwirken. Unter FOG versteht man ein sehr beeinträchtigendes Symptom der Parkinson-Erkrankung, bei dem plötzlich und für die Betroffenen unvorhersehbar Bewegungen oder Bewegungsabläufe „einfrieren“.

Das Projekt mit Gesamtkosten in Höhe von rund 4,2 Mio. € möchte einen Prototyp entwickeln, der mit einem Sensor ausgestattet ist, der die Gangblockade erkennt und durch einen bestimmten Reiz, das sogenannte Cueing, löst. Außerdem wird eine App entwickelt, die relevante Daten speichert und leicht verständlich zusammenfasst.

Dafür wird das Projekt mit rund 2,4 Mio. € bezuschusst. Niedersachsen beteiligt sich mit etwa 97.500 €

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